Whisky Regionen

Whisky Regionen

Die wichtigsten schottischen Whisky Regionen

Schottischer Whisky zählt wohl zu den berühmtesten aber auch beliebtesten der Welt.


Die genaue Zahl der aktiven Brennereien schwankt im Laufe der Zeit beträchtlich. Schätzungen zufolge arbeiten aktuell 80 bis 100 Brennereien in Schottland aktiv. Aus wirtschaftlichen Gründen kommt es immer wieder zu Stilllegungen einiger Brennereien, die allerdings früher oder später (zum Teil unter einem neuen Namen, oder auch unter dem Schirm eines großen Imperiums) wiedereröffnet werden. Zu Neueröffnungen kommt es relativ selten, auch wenn solche in letzter Zeit aufgrund der wachsenden Nachfrage doch wieder häufiger stattfinden.

Whisky Regionen Highlands

Highlands

Die schottischen Highlands können getrost als die Geburtsstätte des Single Malt angesehen werden. Sie bilden den größten Teil des schottischen Festlands, man unterscheidet hier noch einmal zwischen den südlichen und den nördlichen Highlands. Vielen Whisky-Freunden sind die Bilder der felsig kargen, aber auch von frischem Heidekraut überzogenen Berglandschaft stets gegenwärtig. Das Klima dieser Region kann abwechselnd mild und auch sehr rau sein, heftige Wetterumschwünge sind in den Highlands keine Seltenheit. Die Highland-Malts sind meist kräftig im Geschmack, je nachdem mit wenig bis viel Gehalt an Torf und Rauch. Einige typische Beispiele für Highland-Whiskies wären:

  • Edradour (die Destillerie gilt als die kleineste Whisky-Brennerei Schottlands)
  • Dalwhinnie (gegründet vom legendären John Grant, die Brennerei gehört heute zum Diageo-Konzern und liegt in den südlichen Highlands) 
  • Dalmore (gelegen am River Alness, im Jahre 2002 galt ein 62-jähriger Dalmore als die teuerste Flasche Whisky der Welt)
  • Glenmorangie (mit genau 5,14 Metern Höhe arbeitet man in dieser Destillerie mit den höchsten Brennblasen in Schottland, dadurch wird der Whisky besonders mild, in dieser Region der nördlichen Highlands brannte man bereits um 1700 illegal Whisky)  

Zusätzlich wären hier noch die Western Highlands an der Küste zu erwähnen, in denen es aufgrund der schwierigen geografischen und klimatischen Bedingungen (hoher Niederschlag, Böden für den Anbau von Getreide nicht geeignet) vergleichsweise wenige Destillerien gibt. Den Single Malt Whiskies aus dieser Region sagt man einen ausgeprägt maritimen, torfigen und rauchig bis pfeffrigen Grundton im Aromen-Spiel nach. Die aktiven Brennereien wären:

  • Ben Nevis (1989 vom japanischen Hersteller Nikka übernommen, das Wasser für die Herstellung des Whiskies wird aus dem Allt A Mhullin Burn bezogen)
  • Oban (im Jahre 1794 gegründet, um diese Brennerei herum entwickelte sich erst im Laufe der Jahre das pittoreske Städtchen Oban)
  • Loch Lomond (die einzige Destillerie in Schottland, die sowohl Malt als auch Grain Whisky herstellt und daher auch einen echten Single Blend anbietet)
  • Glengoyne (die Whiskies dieser Destillerie gelten als äußerst mild und süßlich, sie enthalten wenige bis keine Aromen von Torf und Rauch)

 

Unsere Highland Auswahl

 

Lowlands

Das hügelige und weite Gebiet der schottischen Lowlands erstreckt sich nördlich der Grenze zu England bis hin zur gedachten Linie zwischen Greenock im Westen und Dundee im Osten. Im Gegensatz zu den beinah unwirtlichen Highlands, ist die Landschaft hier durchwegs sehr fruchtbar und grün, wohin das Auge blickt erstrecken sich Felder und Hügel. Zudem sind die Lowlands auch dichter besiedelt, so liegen dort auch die berühmten Städte Glasgow und die Hauptstadt Edinburgh.

Typische Single Malts aus den Lowlands sind eher mit dem irischen Whiskey verwandt, und sie werden wie dieser zum Teil auch dreifach destilliert. Durch diese dreifache Destillation sowie den gänzlichen Verzicht auf Torf beim Darren der Gerste, wird der Whisky deutlich heller und sanfter. Diese Milde ist mit ein Grund, weswegen Lowland-Whiskies sehr gerne für diverse Blends herangezogen werden. (Der eher dunklere und geschmacklich meist stärkere Whisky aus dem restlichen Schottland, ist der dort üblichen zweifachen Destillation gezollt.) In den Lowlands befinden sich auch heute noch die größten schottischen Whisky-Produzenten überhaupt, die allerdings ausschließlich Grain Whisky produzieren. Wegen der großen Beliebtheit der Highland- und Speyside-Whiskies destillieren heute gerade einmal noch drei Brennereien in den Lowlands Single Malt Whisky. (Auchentoshan, Glenkinchie und auch Bladnoch). Auchentoshan wäre auch ein typisches Beispiel eines dreifach gebrannten Lowland-Whiskies. Hier einige Fakten:

  • Auchentoshan (gehört heute zum angesehenen, japanischen Konzern Suntory, das Wasser für den Whisky kommt aus den Kilpatrick Hills)
  • Glenkinchie (gegründet im Jahr 1825, sämtliche Gebäude der Brennerei stehen unter Denkmalschutz)
  • Bladnoch (die südlichste Whisky-Brennerei in Schottland)
  • Girvan (eine der größten Brennereien des Landes, gegründet von den legendären William Grant & Sons, die auch Balvenie und Glenfiddich ganz groß machten)

 

Unsere Lowland Auswahl

 

Lowland Whisky Region

Speyside Whisky Region

Speyside

Die Speyside, eigentlich ein Teil der südlichen Highlands, ist mit Abstand das Herzstück der schottischen Whisky-Produktion, denn hier befinden sich 48, somit also rund die Hälfte aller aktiven Brennereien des Landes. Auch die meisten Mälzereien, Böttchereien und Blender haben sich seit Urgedenken hier angesiedelt. Umrissen wird die Speyside durch die Städte Forres, Elgin und Buckie entlang der Küste und entlang des namensgebenden Flusses Spey im Landesinneren. Die dort gelegene Stadt Dufftown gilt als die Whisky-Hauptstadt der Welt, und auch der Malt Whisky Trail, eine touristische Route, auf der man acht Brennereien und eine Böttcherei besuchen kann, zieht sich quer durch dieses Gebiet. Klimatisch ausgewogen, mit einer relativ hohen Anzahl an Sonnentagen für Großbritannien, ist die Speyside für eine Reihe besonders runder und feiner Single Malts bekannt, die bei den Kennern als wenig bis gar nicht getorft gelten. Allen voran wären zu nennen:

  • The Glenlivet (nach dem Act of Excise aus dem Jahre 1823 als erste legale Brennerei Schottlands gegründet)
  • The Macallan (der Malt-Whisky dieser Brennerei wird auch für den beliebten Famous Grouse Blend herangezogen)
  • Glenfiddich (seit 1887 im Besitz der Familie Grant, Rezept, Produktionsverfahren und Art der Lagerung wurden nie verändert, bis heute einer der meistverkauften Whiskies der Welt)
  • Glenfarclas (ebenfalls im Besitz der Familie Grant, die Whiskies der Brennerei werden fast ausschließlich in Oloroso-Sherry-Fässern gelagert)

 

Unsere Speyside Auswahl

 

Islands

Das schottische Festland ist von zahlreichen Inseln umgeben, auf denen sich ebenfalls einige gute und recht bekannte Brennereien befinden. Zu erwähnen sind hier allen voran die Inseln Orkney, Skye, Mull, Jura, Arran und Lewis, und für alle Whiskies die jenen Inseln entstammen, gilt, dass sie einen ausgeprägt maritimen (fein salzigen) Geschmack am Gaumen entfalten. Zwei bekannte Brennereien (nämlich Scapa und Highland Park) konkurrieren gar hart, wenn es darum geht, wer von beiden die nördlichste Brennerei der Welt ist.

Whisky von Orkney vereint zwei hervorragende Eigenschaften in sich, einerseits die Süße, die man sonst eher von den Speyside-Whiskies kennt, und andererseits eine feine Torfigkeit. Auf der kleinen Insel Skye befindet sich lediglich eine einzige Brennerei, die Destillerie Talisker, die bekannt für ihren kräftigen und sehr pfeffrigen Whisky ist. Die Insel Jura wiederum beherbergt gerade einmal 180 Einwohner, und das Dörfchen Craighouse an der Ostküste der Insel, ist zugleich Heimat der Brennerei Isle of Jura, des einzigen Hotels, der einzigen Kirche und eines kleinen Ladens. Mull gilt als die zweitgrößte Insel der Inneren Hebriden und ist bekannt dafür, eine ganze Reihe von Whiskies mit den verschiedensten Eigenschaften herzustellen – ein echter Ledaig bspw. zeigt sich ziemlich rauchig und torfig, wobei auch der Geschmack von Manzanilla-Weinfässern deutlich hervortritt, ein Tobermory ist dagegen zur Gänze ungetorft, dafür aber süß und fruchtig mit einem feinen Honiggeschmack. Die Insel Arran lag für lange Zeit – etwa 150 Jahre – im Dornröschenschlaf, es gab dort ursprünglich drei Destillerien, doch erst im Jahre 1995 wurde in Lochranza mit der Brennerei Arran wieder eine Produktionsstätte zu neuem Leben erweckt. Auf den Äußeren Hebriden, genauer auf Lewis, liegt lediglich eine Brennerei mit Namen Abhainn Dearg. Es handelt sich um eine junge Brennerei, die ihren ersten Whisky im Jahre 2011 vorstellte. Hier einige der bekannteren Häuser, die entlang der Westküste von Nord nach Süd zu finden sind:

  • Highland Park (auf Orkney, offiziell gilt die Destillerie mit 300 Metern Abstand zum Hause Scapa als die nördlichste der Welt)
  • Scapa (ebenfalls auf Orkney, die einzige Single Malt Whisky Destillerie, die noch einen Lomond Still verwendet)
  • Talisker (auf der Isle of Skye, bekannt für seine ausführlichen Besichtigungstouren für die Besucher der Brennerei)
  • Tobermory (auf der Isle of Mull, die Brennerei verfügt über eine bewegte Geschichte, sie wurde immer wieder verkauft, ging in Konkurs etc., erst seit 1993 wird dort ohne längere Unterbrechung Whisky gebrannt)
  • Isle of Jura (auf der Isle of Jura, bereits Anfang des 17. Jahrhunderts brannte man auf Jura Whisky, früher waren diese extrem getorft, heute dagegen gelten sie als nahezu ungetorft)
  • Springbank (gelegen in Campbeltown auf der Halbinsel Kintyre, das Haus ist neben Glen Scotia eine der letzten aktiven Brennereien in dieser Region)
  • Glen Scotia (eine der beiden letzten Destillerien in Campbeltown, im Jahre 2004 ging allerdings die Brennerei Glengyle in Betrieb)
  • Arran (bei Lochranza auf der Ilse of Arran, 1995 von Master Distiller Harold J. Currie eröffnet, das Haus ist sehr berühmt für seine seltenen Pagodendächer)

Generell gilt, dass die Whiskies der Inseln meist etwas kräftiger im Geschmack sind.

 

Unsere Islands Auswahl

 

Whisky Region Inseln

Islay Whisky

Islay

Eine dieser Regionen muss gesondert erwähnt werden, nämlich die Insel Islay (gesprochen „Eila“), die noch vor Jura weit abgelegen in der Nordsee liegt. Sage und schreibe acht große Brennereien tummeln sich auf dieser doch recht übersichtlichen Insel. Sämtliche Single Malts die Islay verlassen, unterscheiden sich vom Rest der Welt meist recht deutlich. Torf ist King könnte man es einfach nennen! – Gelten doch diese Whiskies unter den Kennern durchwegs als stark, kräftig und vor allem sehr rauchig mit deutlich ausgeprägter Torfnote. Gepaart mit der feinen, salzigen Brise, die sie aufgrund ihrer maritimen Herkunft in ihrem Aromen-Spiel eingebunden haben, ergibt diese Vielfalt eine einzigartige Raffinesse, weswegen die Islay-Whiskies mit zu den gefragtesten der Welt zählen. Die Brennereien seien deshalb auch alle an dieser Stelle erwähnt:

  • Bowmore (eine der ersten legalen Brennereien auf der Insel Islay, und auch eine der ältesten Schottlands)
  • Port Ellen (diese Destillerie ist zwar seit Mai 1983 stillgelegt, allerdings sind auf dem Markt nach wie vor hervorragende Whiskies zu erhalten)
  • Laphroaig (die südlichste aller Brennereien auf Islay, die Lagerhalle des Hauses liegt direkt am Meer, weshalb die Whiskies als fein salzig gelten)
  • Lagavulin (schon seit dem Jahre 1742 wird an diesem Ort Whisky gebrannt, Lagavulin bietet meist nur limitierte Abfüllungen an, das Alter dieser lediglich fünf angebotenen Whiskies reicht von zwölf bis 30 Jahre)
  • Ardbeg (seit dem Jahre 2004 im Besitz von Moet Hennessy Louis Vuitton, diese Single Malts sind wahrlich rauchig und torfig)
  • Caol Ila (diese Brennerei benützt neben den eigenen Lagerhallen, auch noch jene der im Jahre 1929 geschlossenen Destillerie Port Charlotte, welche man allerdings 2016 wiedereröffnen will)
  • Bruichladdich (diese Destillerie bietet vielen Interessenten an, ein eigenes Fass zu erwerben, die Holzart, der Torfgehalt sowie die Lagerdauer können auf diese Weise selbst mitbestimmt werden)
  • Bunnahabhain (die Destillerie bezieht ihr leicht torfhaltiges Wasser direkt aus der Quelle des Flusses Margadale, an dessen Ursprung sie gebaut wurde, erst nach und nach entwickelte sich ein Städtchen mit gleichem Namen um die Brennerei herum)

Die letzten beiden Häuser sind – was die Torfigkeit betrifft – eher Ausnahmen, die Destillate  sind meist etwas milder im Geschmack. Dies bedeutet aber keineswegs, dass sich ihre Single Malts deswegen hinter den anderen verstecken müssten.

 

Unsere Islay Auswahl

 

 

Weitere interessante Informationen rund um diese edle Spirituose finden Sie auf unseren anderen Whisky Wissen Seiten. Im Bereich Whisky Sorten gibt es einen Überblick der bekanntesten internationalen Whisk(e)y Sorten. Wie man Whisky richtig trinkt - zumindest ein paar Anregungen dazu - erfahren Sie unter Whisky Trinken.  Auf der Seite Guter Whisky zeigen wir ein paar Kriterien auf, nach denen sich die Einordnung der Qualität eines Whisky leichter durchführen lässt.Wie immer gilt : trotz aller Informationen, die wir Ihnen bieten können, eine eigene Meinung ist das wichtigste Gut, das Sie sich aneignen können, um Ihren persönlichen Geschmack zu finden!

 
  Auf jeden Fall sehenswert sind die Whisky Karte Schottlands in Google Maps und die gleiche Whisky Karte auf Google Earth (Erforderliches Plugin leider nur für Windows und Mac verfügbar).